Düngung

Wie bereits im Artikel Wachstumsfaktoren und Pflanzenwachstum beschrieben wurde, haben die Nährstoffe zwar nur zu 6% Einfluss auf das Pflanzenwachstum, doch stellen sie ein sehr wichtiges Element für einen erfolgreichen Anbau dar. Da für den Freilandanbau einige Monate erforderlich sind, zeigt die biologische Düngung hier den größten Erfolg, da organischer/biologischer Dünger, der aus mit Kalisalz und Magnesium angereichertem Blut und Knochenmehl besteht, langsam freigesetzt wird und keine Düngestoffe herausgespült werden. Die Wirkungsdauer dieser Düngestoffe beträgt ungefähr drei Monate.

Für den Innenanbau ist biologische Düngung nur wenig sinnvoll, da der Anbau hier nur ungefähr zehn Wochen in Beschlag nimmt und diese Düngestoffe zu langsam freigesetzt werden.

Hier muss folglich mit flüssigen und schnell aufnehmbaren Mineraliendüngestoffen gearbeitet werden, die am besten kaum Natrium und Chlor enthalten.

Wie bereits im Artikel "Pflanzenkunde" beschrieben wurde ("die Wachstumsgeschwindigkeit wird von fünf Faktoren bestimmt"), müssen daher alle anderen Elemente erhöht bzw. reduziert werden. Alle Nährstoffe müssen der Pflanze soweit wie möglich im richtigen Verhältnis zueinander zugeführt werden, da andernfalls erneut ein einschränkender Faktor besteht. Diese Situation bezeichnen wir mit dem schwierigen Wort "Antagonismus". Oder in einfachem Deutsch gesagt, "Verdrängung". Das eine in größerem Umfang vorhandene Nährstoffelement verdrängt das andere weniger vorhandene Nährstoffelement, das hierdurch für die Pflanze nicht mehr aufnehmbar ist. So hat ein Übermaß an K (= Kalisalz) eine bremsende Wirkung bei der Aufnahme von C (= Kalzium), bei einem Kalziumüberschuss wiederum kann es zu größeren Problemen kommen, da Kalzium fast alle Nährstoffelemente bis auf Stickstoff verdrängt. Durch diese Verdrängungen kommt es meistens zu Mangel- und Überschusserscheinungen.

Siehe hierfür untenstehende Abbildung (interaktive Faktoren).

Es gibt auch Nährstoffe, die die gegenseitige Aufnahme fördern, wie Magnesium und Phosphor. Dann gibt es weiterhin noch Nährelemente, die sich miteinander verbinden wie beispielsweise Natrium und Chlor (negative Ballaststoffe, die in den meisten Mineralien-Düngestoffen stark enthalten sind), die nämlich zu Kochsalz werden. Und - glauben Sie mir - zu viel Kochsalz ist pures Gift, denn wenn man ein ganzes Fass Kochsalz isst, stirbt man davon. Bei zu vielen negativen Salzen werden unsere Pflanzen folglich sehr schlecht wachsen und sind anfälliger für Krankheiten und Schädlingsbefall. Kalzium beispielsweise verbindet sich auch mit Magnesium und bildet so Gips, was wiederum die Bewässerungsleitungen und Tropfdüsen verstopft. Aus diesem Grund können die Nährstoffe A und B grundsätzlich niemals in ein- und demselben Behälter gemischt werden, da im Nährstoff A grundsätzlich N+P+K und Kalzium und in Nährstoff B grundsätzlich N+P+K und Magnesium enthalten sein müssen (und dann ergibt sich hieraus wieder Gips). Um jetzt schwerwiegende Probleme zu vermeiden, ist es ratsam, mit zwei separaten Wasser- und/oder Nährstoffbehältern zu arbeiten. Aus diesem Grund wird im Feldgartenbau mit einem A- und einem B-Nährstoffbehälter gearbeitet. Hieraus ergibt sich auch die A- und die B-Düngung, nur wird dabei vergessen, dem B-Dünger MgO (Magnesium) hinzuzufügen.

Dem Kleinzüchter wird empfohlen, das eine Mal A-Dünger zu geben und das nächste Mal den B-Dünger mit zusätzlichem Magnesium.

In diesem Artikel möchte ich außerdem auf einfache und kurze Weise alle wichtigen Nährstoffe beschreiben, die für einen erfolgreichen Cannabisanbau erforderlich sind. Lesen Sie hier also einfach weiter, und ich bin mir sicher, dass jeder von Ihnen hier wichtige Tipps findet.

 Der PH-Wert des Bodens hat einen großen Einfluss auf die Verfügbarkeit und Aufnahme von Nährstoffen und Spurenelementen. Im Allgemeinen ist es so, dass, je höher der PH-Wert ist, die Düngestoffe und Spurenelemente umso schlechter aufgenommen werden. Bei einem niedrigen PH-Wert kann die Verfügbarkeit an Düngestoffen und Spurenelementen so groß sein, dass es zu einem Überschuss kommt.

Der optimale PH-Wert des Bodens beträgt zwischen 6,0 und 6,5; da Blumenerde und Kokosfasern einen PH-Wert von ungefähr 5,5 haben, ist es nicht ratsam, die Nährstoffe bezüglich des PH-Wertes abzusäuern. Diese Säure verbrennt gleichzeitig auch die Wachstumspunkte der Wurzeln und damit die so dringend erforderlichen Haarwurzeln, die die Spurenelemente aufnehmen müssen.

Für sandigen Untergrund empfehle ich, im Januar/Februar 200 g Kalk pro 10 m² auf den Boden zu streuen und/oder in den Boden einzuarbeiten (auch in den Randbereichen und auf Rasen), da sandiger Untergrund immer einen zu niedrigen PH-Wert hat.

EC steht für "Electrical Conductivity" oder auch elektrische Leitfähigkeit.

Ein gutes Wachstum ist nur möglich, wenn die Pflanze die erforderlichen Nährstoffelemente in ausreichendem Maße aufnehmen kann. Im Wurzelbereich müssen die Nährstoffelemente daher in ausreichendem Maße und in einem bestimmten Verhältnis zueinander vorhanden sein.
Der optimale EC-Wert liegt für viele Gewächse um 1,0.

DIE HAUPTNÄHRSTOFFE:

Bei der Düngung unterscheiden wir fünf Hauptnährstoffe, zu denen dann noch die unbedingt erforderlichen Spurenelemente hinzukommen. Die meisten von uns haben vielleicht schon von den ersten drei Hauptelementen gehört: N+P+K. Hinzu kommen dann noch Mg (= Magnesium) und Ca (= Kalzium).

1 Nitrat stikstof

N steht für Nitrat oder auch einfach Stickstoff. Dies ist das Element, das am häufigsten und einfachsten von der Pflanze aufgenommen wird; bei starkem Wachstum wie beispielsweise nach dem Einpflanzen und in den ersten Wochen beim vegetativen Wachstum (Längenwachstum) benötigt die Pflanze viel Stickstoff. Bei Stickstoffmangel verfärbt sich das Blatt hellgrün, es kommt zu geringerem Längenwachstum und zu früher Blüte. Außerdem ist die Pflanze dann sehr anfällig für Schimmelkrankheiten wie Blattrost und Spitzenfäulnis.
Der Grund dafür kann sein, dass die Pflanze in einem zu feuchten Boden angebaut wird. Ein Überschuss äußert sich in Form langer dünner und schlaffer Pflanzen und weniger bis gar keiner Blüten.

 

 

P steht für Phosphor oder einfach auch Phosphat. Phosphat spielt bei der Atmung und dem Stoffwechsel der Pflanze eine Phosfor - Phosphatwichtige Rolle (der Stoffwechsel ist das Produzieren der Nährstoffe durch die Pflanze mit Hilfe von Licht). Phosphat wirkt sich sehr vorteilhaft auf die Bildung der Hauptwurzeln nach dem Einpflanzen aus. Einige Wochen vor der Blüte hat Phosphat zusammen mit Kalisalz eine vorteilhafte Wirkung auf die Entwicklung der Blüten sowie größerer und dickerer Pflanzenspitzen. Aus diesem Grund wird empfohlen, der Pflanze vor der Blüte zusätzliches Phosphat und Kalisalz zuzuführen. Bei Phosphatmangel bleiben die Blätter kleiner, die Blüten haben eine bleichere Farbe, fallen eventuell ab und die Blätter färben sich rotlila. Überschusserscheinungen kommen in Prinzip nicht vor, da Phosphat sich leicht mit den Bodenpartikeln verbindet; ein großer Überschuss kann jedoch dazu führen, dass Magnesium von der Pflanze nicht mehr aufgenommen werden kann und es somit zu Magnesiummangel kommt.

 

K- KalisalzK steht für Kalisalz. Dieses Element hat eine wichtige Funktion für den Wasserhaushalt der Pflanze. Kalisalz fördert den Aufbau, den Transport und die Einlagerung von Kohlehydraten. Kalisalz sorgt für die Stabilität von Blättern und dem Stängel und sorgt zur Blütezeit gemeinsam mit Phosphat für größere und dickere Pflanzenspitzen. Bei ausreichender Kalisalzversorgung ist die Pflanze resistenter gegen Schimmelpilze und Bakterien. Bei Kalisalzmangel verfärben sich die Blattränder gelb; diese Verfärbung beginnt bei den älteren untersten Blättern, außerdem werden alle Blätter schmaler und die Zweige dünner. Ein Kalisalzüberschuss führt zu Salzschäden und zu einem schlechten Pflanzenwachstum.

 

 

Ca steht für Kalzium. Kalzium wird von der Pflanze für die Stabilität und den Aufbau von Zellen,Ca Kalzium Zellmembranen und Zellwänden benötigt. Kalzium ist sehr wichtig für den Wasserhaushalt der Pflanzen und darf bei hohen Temperaturen nicht fehlen. Bei hoher Temperatur hat die Pflanze eine starke Verdunstung und muss hierdurch mehr Wasser aufnehmen. Kalziummangel entsteht bei zu schnellem Wachstum und zu hoher Luftfeuchtigkeit, wodurch die Pflanze nur wenig oder gar keine Verdunstung hat. Wenn eine Pflanze keine Verdunstung hat, nimmt sie mit den Nährstoffen auch kein Wasser mehr auf. Bei Kalziummangel sterben die jungen Blätter und die Wachstumsspitzen ab und die Pflanze ist auch wieder anfälliger für Schimmelpilzbefall. Dies ist u.a. die Ursache für die von uns so stark gefürchtete Pflanzenspitzenfäulnis. Ebenso kann es zu Kalziumüberschuss kommen, doch dieser entsteht häufig durch Kalisalz- oder Magnesiummangel.

 

5 MagnesiumMgO steht für Magnesium. Magnesium gibt der Pflanze ein frisches, gesundes grünes Aussehen, denn dieser Nährstoff ist ein wichtiger Baustein für Chlorophyll und hat somit eine Schlüsselfunktion für die Photosynthese (das Umsetzen von Lichtenergie in Zuckermoleküle). Magnesium ist auch für die Zellwand und die Gewebestabilität wichtig und ist ein Baustein für verschiedene Enzyme. Bei Magnesiummangel werden die Blätter gelb, die Blattnerven bleiben jedoch grün. Magnesiumüberschuss kommt in Prinzip nicht vor.

 

 

 

SPURENELEMENTE:

Den Spurenelementen wird beim Cannabisanbau leider nur wenig bis gar keine Bedeutung beigemessen, obwohl Spurenelemente die Vitamine und Mineralien für die Pflanze sind. Spurenelemente sind: Fe = Eisen, Mn = Mangan, B = Borium (Bor), Zn = Zink, Cu = Kupfer und Mo = Molybdän.

Alle diese Spurenelemente haben eine wichtige Funktion und sich gleichzeitig auch die Bausteine der Pflanze. Spurenelemente sind auch für den Wasserhaushalt, die Zellteilung, die Fortpflanzungsfähigkeit und den Eiweißstoffwechsel der Pflanze erforderlich. Die Spurenelemente werden von der Pflanze über die Haarwurzeln aufgenommen; es ist somit wichtig, dass die Pflanzen einen guten Wurzelnballen mit Haarwurzeln entwickeln. Da die im Handel erhältlichen Nährstoffe zur wenig bis gar keine Spurenelemente enthalten, ist es wichtig, diese beim Düngen der Pflanze zusätzlich zuzuführen.

Ein Überschuss an Spurenelementen kann lediglich bei Mangan entstehen und zu Schäden durch Manganvergiftung führen.

Dies ist der Fall, wenn der Anbauboden zu viel Torf enthält und durch Dämpfe verschmutzt wird, was bei unserer Cannabiszucht nicht vorkommt. Ein Mangel an Spurenelementen kommt jedoch häufig vor, aber leider lassen sich die Symptome sehr schwer beschreiben und können nur von Experten erkannt werden. Durch die regelmäßige Versorgung mit Spurenelementen wird dieses Problem jedoch nicht entstehen.

Wie Sie hier gelesen haben, ist es sehr wichtig, dass die Pflanze alle Nährstoffelemente im richtigen Verhältnis haben muss. Um Probleme zu vermeiden, möchte ich jedem empfehlen, vor dem Anbaubeginn eine Boden- oder Grunduntersuchung durchführen zu lassen. Die Kosten einer solchen Untersuchungen fallen im Vergleich zu der Kosteneinsparung für Nährstoffe und zum höheren Ertrag einer guten biologisch angebauten Marihuana-Ernte sehr gering aus. Im Ergebnis der Bodenuntersuchung werden nicht nur der PH-Wert und der EC-Wert angegeben, sondern auch noch die im Boden vorhandenen Nährstoffe und alle negativen Salze und Ballaststoffe. Hierdurch können auf die jeweils richtige Weise die Flüssignährstoffe und deren Menge empfohlen werden, die der Pflanze zugeführt werden müssen. Flüssignährstoffe dienen lediglich dazu, den angebauten Pflanzen das zuzuführen, was sie benötigen. Dies gilt somit nicht für die männlichen und/oder weiblichen Pflanzen, die auf Hydro-Böden angebaut werden und mit Tropfdüsen bewässert werden.

Die INTERAKTIVEN FAKTOREN zwischen den verschiedenen Nährstoffelementen

Antagonismus: (durchgezogene rote Linien) ein Element verhindert die Aufnahme eines anderen Nährstoffelements.

Synergie: (grüne gepunktete Linien) ein Element fördert die Aufnahme eines anderen Nährstoffelements.

Wichtig sind somit sowohl der absolute Anteil eines genau festgelegten Nährstoffelements sowie dessen Verhältnis zu einem anderen Nährstoffelement.

Abbildung: Schematische Darstellung der verschiedenen interaktiven Faktoren zwischen den essentiellen Nährstoffelementen.

INTERAKTIEVEN


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